Wohnmobilreisen - darauf sollten Sie im Urlaub achten
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Wohnmobilreisen - welche Bußgelder sind möglich?

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Das sollten Sie auf Wohnmobilreisen beachten.

Wenn der Sommer naht, Wiesen und Wälder blühen und die Natur mit all ihrer Pracht die asphaltmüden Stadtbewohner aus ihren Häusern lockt, dann tauschen viele Deutsche ihr herkömmliches Zuhause für einige Wochen gegen ein mobiles ein.

Deutschland ist bekanntlich Camper-Nation. Erst 2017 hat der Wohnwagenmarkt einen neuen Verkaufsrekord aufgestellt: Mit insgesamt 63.000 Wohnwagen gab es in diesem Jahr so viele Neuzulassungen wie nie zuvor. Folglich boomt auch der Campingtourismus: Im selben Jahr kam es auf deutschen Campingplätzen erstmalig zu insgesamt 30 Millionen Campingübernachtungen.

Rosige Zahlen also! Doch wenn auch Sie vorhaben, sich einen Wohnwagen zuzulegen und ins Grüne zu fahren, sollten Sie einige Regeln beachten. Der Gesetzgeber hat sich so manche Bußgeldfalle ausgedacht, die speziell für Wohnmobilreisen relevant sind. Wir haben für Ihre Reisen mit dem Wohnmobil Tipps und wichtige Bußgelder zusammengetragen.

1. Tempolimit

Achten Sie bei Reisen mit dem Wohnmobil auf die Geschwindigkeit.

Eines der häufigsten und ärgerlichsten Bußgelder, das Sie sich bei Wohnmobilreisen einhandeln können, ist das für die Geschwindigkeitsüberschreitung. Im Reisetrubel und mit der verlockenden Aussicht auf Entspannung im Hinterkopf verlieren Sie leicht die zulässigen Höchstgeschwindigkeiten aus den Augen.

Besonders bei Reisen im Wohnmobil können diese jedoch verhängnisvoll sein, insbesondere dann, wenn Sie im Ausland unterwegs sind. Innerhalb der EU können Sie sich grenzfrei bewegen, weshalb es manchmal als Überraschung kommt, dass sich die Straßenbeschilderung ändert und plötzlich andere Verkehrsregeln gelten. Machen Sie sich also bereits vor der Fahrt schlau, welche Höchstgeschwindigkeiten in den Staaten gelten, die auf Ihrer Route liegen, um gesalzene Bußgelder zu vermeiden.

Bußgelder Frankreich:

Geschwindigkeitsübertretung Bußgeld
unter 20 km/h außerorts 68-180 €
unter 20 km/h innerorts 135-375 €
ab 20 km/h 135-375 €
über 50 km/h Bis 1.500 €

 

Bußgelder Niederlande:

Geschwindigkeitsübertretung Bußgeld
ab 20 km/h ab 165 €
über 50 km/h ab 660 €

 

Bußgelder Österreich

Geschwindigkeitsübertretung Bußgeld
ab 20 km/h ab 165 €
über 50 km/h ab 660 €

 

Bußgelder Schweiz

Geschwindigkeitsübertretung Bußgeld
bis 5 km/h ca. 40 €
bis 10 km/h ca. 120 €
bis 15 km/h ca. 250 €
über 15 km/h mögliche Strafanzeige

2. Maut/ Vignettenpflicht

Wenn Sie mit dem Wohnmobil ins Ausland reisen, sollten Sie neben den Tempolimits auch nach Mautschildern Ausschau halten. In vielen Nachbarländern existieren auf  der Autobahn nämlich mittlerweile Mautgebühren. In einigen Fällen werden die Gebühren über Mautstationen bei der Fahrt kassiert. Dies ist zum Beispiel in Frankreich der Fall, wo ein Großteil der Autobahnen privatisiert ist.

Alternativ sind Sie auf Ihren Wohnmobilreisen in manchen Staaten verpflichtet, vor der Fahrt auf der Autobahn eine Vignette zu kaufen. Diese gibt es zum Beispiel im EU-Nachbarland Österreich sowie in der Schweiz. Wer ohne Vignette erwischt wird, muss tief in die Tasche greifen. In Österreich wird eine Ersatzmaut von 120 € fällig, in der Schweiz ein Bußgeld in Höhe von 100 Franken.

Länder in Europa mit Vignettenpflicht:

Länder in Europa mit streckenbezogener Maut:

3. Führerschein

Vermeiden Sie auf Wohnmobilreisen das Wildcampen.

Wohnwagen ist nicht gleich Wohnwagen. Bei den verschiedenen Gewichtsklassen und Modellen von Anhänger bis selbstfahrendem Wohnmobil verliert der Laie leicht den Überblick. Wenn Sie reisen, sollten Sie deshalb vorher sicherstellen, dass Sie Ihr Wunschgefährt überhaupt fahren dürfen. Für Wohnmobilreisen sind drei Führerscheinklassen wichtig:

4. Überladung

Vermeiden Sie die Ueberladung vom Wohnmobil.

Auch bei der Wahl und Verteilung Ihres Reisegepäcks können Sie auf Wohnmobilreisen in die Bußgeldfalle tappen. Übergewicht oder aus dem Fahrzeug ragende Gegenstände können das Bremsverhalten des Fahrzeugs verschlechtern und es destabilisieren.

Welches Bußgeld Sie bei Überladung vom Wohnmobil erwartet, hängt vom Ausmaß des Übergewichts ab. Die Summe kann in Deutschland zwischen 10 und 235 € betragen. Ab einer Überladung von über 20% des zulässigen Gesamtgewichts müssen Sie außerdem mit einem Punkt in Flensburg rechnen.

Auch bei falscher Beladung können Bußgelder von bis zu 240 € anfallen und Ihren Wohnmobilreisen ein jähes Ende bereiten. Stellen Sie deshalb vor der Fahrt sicher, dass Ihre Ladung gesichert und sinnvoll im Fahrzeug verteilt ist, bevor Sie mit dem Wohnmobil auf Reisen gehen. Während einer Polizeikontrolle müssten Sie ansonsten im schlimmsten Fall vor Ort Gepäck abladen.

Bußgelder bei falscher Ladung in Deutschland

Verstoß Bußgeld Punkte in Flensburg
Ladung ragt unzulässig aus dem Fahrzeug

20 €

-

Fahrzeug auf Autobahn, obwohl durch Ladung höher als 4m ab 20 € max. 1
Ladung nicht hinreichend gesichert ab 35 € max. 1
Überladung über 5% ab 10 € -
Überladung über 20 % ab 95 € 1
 

Bußgelder bei falscher Ladung in Frankreich

Verstoß Bußgeld Folgen
Überladung bis 5 % 135 € -
Überladung ab 5 % 135 € Fahrzeugstilllegung, Führerscheinentzug bis Mängelbeseitigung
Überladung über 20 % 1500 € Führerscheinentzug bis Mängelbeseitigung, Gerichtsvorladung

 

Bußgelder bei falscher Beladung in den Niederlanden

Verstoß Bußgeld
Überladung ab 10 % 120 €
Überladung ab 25 % 210 €
Überladung ab 50 % 310 €
Überladung ab 75 % 470 €

 

Bußgelder bei falscher Ladung in Österreich

Verstoß Bußgeld
Überladung ab 2 % 36 € - 2180 €

 

Bußgelder bei falscher Beladung in der Schweiz

Verstoß Bußgeld
Überladung bis 100 kg 100 Franken
Überladung über 100 kg und unter 5 % Übergewicht ab 250 Franken
Überladung über 5 % Anzeige und individuelle Strafzumessung

5. Wildcampen

Im dicht besiedelten Deutschland ist es schwer, überhaupt ein Fleckchen unberührter Natur zu finden. Sollten Sie trotzdem auf ein malerisches kleines Waldstück stoßen, welches sich hervorragend zum Campen eignet, seien Sie vorsichtig: Wenn Sie mit Wohnmobil und/oder Zelt reisen, gehört nämlich auch das Wildcampen zu den gefährlichsten Bußgeldfallen. Das Strafgeld von bis zu 5.000 € können Sie auch besser investieren, deshalb lautet der letzte unserer Wohnmobil-Reisetipps: Suchen Sie sich immer einen ordentlichen Campingplatz für Ihr Nachtlager.

Was tun, wenn ein Strafzettel aus dem Ausland kommt?

Wenn Sie auf Ihren Wohnmobilreisen fürs Wildcampen oder das Überladen von Ihrem Wohnmobil im EU-Ausland belangt werden, Sind Sie ebenfalls zur Zahlung verpflichtet. Seit einigen Jahren gilt für Bußgelder im Ausland innerhalb der Europäischen Union ein Vollstreckungsabkommen, nach dem ausländische Geldbußen ab einer Bagatellgrenze von 70 € auch in Deutschland vollstreckt werden können.

 

 


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