Bußgeldkatalog 2017 - Winterreifenpflicht in der Schweiz
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Winterausrüstung und Winterreifenpflicht in der Schweiz

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Ist eine Winterausrüstung in der Schweiz vorgeschrieben?

In der Schweiz gibt es keine Winterreifenpflicht.

In Deutschland ist die Winterreifenpflicht gesetzlich festgeschrieben. Bei Glatteis, Schneeglätte, Schneematsch, Eis- oder Reifglätte darf ein Fahrzeug nur mit Winterreifen bzw. Allwetterreifen gefahren werden. Wer im Winter ohne entsprechende Bereifung unterwegs ist, muss in Deutschland mit einem Bußgeld von 60 Euro rechnen. Bei Behinderung, Gefährdung und Unfall ist es entsprechend höher.

Obwohl in den Alpen die Fahrbahnen weit häufiger mit Schnee und Eis bedeckt sind, gibt es in der Schweiz keine Winterreifenpflicht. Auch dort gilt die Redensart "von O bis O" (von Oktober bis Ostern), eine entsprechende gesetzliche Regelung zur Winterreifenpflicht hat die Schweiz aber nicht. Grundsätzlich müssen sich aber auch die Schweizer den Wetterverhältnissen anpassen. Gerade in bergigen Regionen ist es bei winterlichen Bedingungen wichtig, die richtigen Reifen auf die Felgen aufgezogen zu haben.

Wer in den Wintermonaten mit Sommerreifen fährt, riskiert leichtfertig einen Unfall. Es ist also im Interesse der Eidgenossen. Sie entscheiden sich für Winterreifen, selbst ohne Pflicht in der Schweiz. Ein Bußgeld für fehlende Winterreifen verhängt die Schweiz also nicht. Allerdings kann eine Geldbuße anfallen, wenn es durch falsche Bereifung zu einem Unfall kommt.

Im Art. 29 des Straßenverkehrsgesetzes (SVG) wird festgelegt, dass Fahrzeuge nur im betriebssicheren und vorschriftsmäßigen Zustand verkehren dürfen, außerdem muss sich laut Art. 26 Abs. 1 SVG jeder so verhalten, dass niemand behindert oder gefährdet wird. Gemäß Art. 90 Abs. 2 kann für einen Verstoß eine Freiheitsstrafe bis zu drei Jahren bzw. ein Geldbuße verhängt werden.

Somit existiert zwar keine ausdrückliche, allerdings eine indirekte Winterreifenpflicht in der Schweiz. Ab wann Winterpneu aufgezogen werden müssen, ist allerdings stark von der Witterung abhängig. Eine Strafe kann nur bei einem Unfall verhängt werden, der Kraftfahrer muss also selbst das Risiko einschätzen.

Mit Ganzjahresreifen in der Schweiz
Bei einem Skiurlaub müssen Sie nicht zwingend ein sogenanntes Winterpneu aufziehen. Die Schweiz schreibt nur vor, dass eine gewisse Verkehrssicherheit hergestellt werden muss. Demnach können auch Allwetterreifen in der Schweiz Verwendung finden. In besonders kalten und bergigen Regionen empfiehlt es sich aber, auf Winterpneu umzurüsten.

Vorgeschriebene Mindestprofiltiefe in der Schweiz

Mindestprofil von Winterreifen: In der Schweiz beläuft sich dies auf 1,6 Millimeter.

Anders als bei der Winterreifenpflicht hat die Schweiz Vorschriften zum Reifenprofil. Die Schweiz regelt per Gesetz die Mindestprofiltiefe von Reifen. Diese liegt generell bei 1,6 Millimetern. Empfohlen wird allerdings, dass bei Sommerreifen drei Millimeter und bei Winterreifen vier Millimeter nicht unterschritten werden, um optimalen Gripp auf der Straße zu gewährleisten.

Wer das Mindestprofil von Winterreifen in der Schweiz unterschreitet, riskiert gemäß Schweizer Bussenverordnung ein Bußgeld in Höhe von 100 Franken. Wird allerdings ein Fahrzeug mit Winterreifen und mangelhafter Profiltiefe in der Schweiz in einen Unfall verwickelt, sind die Konsequenzen weit schlimmer. Werden Personen gefährdet oder verletzt bzw. kommt es zum Sachschaden, ist der Fall nicht mehr gemäß Ordnungsbussenverfahren sondern gemäß Strafverfahren zu verhandeln.

Gibt es eine Schneekettenpflicht in der Schweiz?

Trotz bergigem Gelände und zum Teil stark verschneiten Straßen gibt es keine Schneekettenpflicht in der Schweiz. LKW und PKW müssen also keine Schneeketten mitführen. Dennoch ist es ratsam, insbesondere in den Wintermonaten, entsprechende Winterausrüstung dabeizuhaben. Auch sollte auf die Winterreifen in der Schweiz nicht verzichtet werden.

In der Schweiz ist eine Schneekettenpflicht zwar kein allgemeines Gesetz, es gibt aber Abschnitte, für die Schneeketten obligatorisch sind. Diese sind mit einem blauen, runden Schild markiert, auf dem ein Rad mit Schneeketten abgebildet ist. Hinter diesem Schild und auf schneebedeckter Straße darf dann nur mit der vorgeschriebenen Winterausrüstung gefahren werden.

In der Schweiz gibt es keine Schneekettenpflicht.

Dazu müssen die Schneeketten in der Schweiz sowie in anderen EU-Ländern auf mindestens zwei Antriebsräder derselben Achse gezogen werden. Allradfahrzeuge benötigen ebenfalls Schneeketten, es sei denn, sie werden explizit durch ein Zusatzschild ausgeschlossen. Als Höchstgeschwindigkeit sind 50 km/h vorgeschrieben.

Wer gegen die Anweisung des Gebotsschildes verstößt, riskiert in der Schweiz ein Bußgeld von 100 CHF. Bei Gefährdung oder Unfall wird der Verursacher entsprechend in Haftung genommen und ein Strafverfahren eingeleitet. Damit ist die Schweiz noch recht moderat. In Österreich kann je nach Schwere ein Bußgeld von bis zu 5.000 Euro verhängt werden. In Frankreich zahlen Betroffene 135 Euro. Zudem wird die Weiterfahrt untersagt.

Räder mit Spikes in der Schweiz
Mit einer Höchstgeschwindigkeit von 80 km/h sind Spikes auf Reifen vom 1. November bis 30. April in der Schweiz erlaubt. Voraussetzung ist, dass am Heck vom Auto ein Höchstgeschwindigkeitszeichen mit der Zahl 80 befestigt wird. Außerdem dürfen die Spikes maximal 1,5 Millimeter herausragen. Das Befahren von Autobahnen mit Ausnahme des St. Gotthard-Tunnels sowie des San Bernadino-Tunnels ist untersagt.

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