Rückwärtsfahren - Bußgeldkatalog 2017
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Bußgeldkatalog Deutschland 2017: Rückwärtsfahren

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Verletzung der Sorgfaltspflicht beim Rüchwärtsfahren

Die Tabelle zeigt Ihnen, mit welchen Bußgeldern und Punkten Sie gemäß Bußgeldkatalog rechnen müssen, wenn beim Rückwärtsfahren die notwendige Sorgfaltspflicht verletzt wird. Die Bußgeldtabelle sieht für einen Verstoß kein Fahrverbot vor. Werden andere Verkehrsteilnehmer gefährdet, können Sie einen Punkt erhalten.

TatbestandBußgeld
in Euro
Punkte
Beim Zurücksetzen die allgemeine Sorgfaltspflicht missachtet35 EUR
Andere Verkehrsteilnehmer beim Rückwärtsfahren gefährdet80 EUR1

Was steht in der StVO zum Rückwärtsfahren?

Beim Rückwärtsfahren müssen Sie besonders vorsichtig sein."Vorwärts immer, rückwärts nimmer!" – So war das Mantra in der DDR. Im Verkehrsrecht sieht die Sache aber anders auch. Rückwärtsfahren mit einem Auto oder LKW ist unvermeidlich, wenn es ums Einparken, Rangieren oder Wenden geht. Bereits in der Fahrschule entwickeln viele Fahranfänger eine Abneigung gegenüber dem Rückwärtsfahren. So manche Prüfung wurde beispielsweise wegen des Rückwärtseinparkens nicht bestanden. Doch warum ist das so schwierig?

Mit einem Auto rückwärts zu fahren verlangt eine Menge Konzentration. Die Sicht ist eingeschränkt, nicht immer ist klar, was hinter dem Fahrzeug los ist. Ohne Einweiser sind Fahrzeugführer auf die richtige Ausrichtung der Spiegel angewiesen. Es wird zu früh oder zu spät gelenkt oder gefahren. Oftmals bedeutet das rückwärtige Einparken für Unerfahrene ein Vielfaches von Neuversuch und Korrektur.

Geregelt ist das Rückwärtsfahren in der StVO (Straßenverkehrsordnung) im § 9 Abs. 5. Dort heißt es:

"Wer ein Fahrzeug führt, muss sich beim Abbiegen in ein Grundstück, beim Wenden und beim Rückwärtsfahren darüber hinaus so verhalten, dass eine Gefährdung anderer Verkehrsteilnehmer ausgeschlossen ist; erforderlichenfalls muss man sich einweisen lassen."

Rückwärts zu fahren stellt also stets eine gewisse Gefahrensituation dar, bei der äußerste Vorsicht geboten ist. Nicht selten kann es dabei zu Parkremplern kommen, wenn Kraftfahrer ihre Fahrzeuge rückwärts einparken. Schlimmer ist es allerdings, wenn sie versehentlich Personen anfahren und dabei verletzen oder es beim Rückwärtsfahren zum Unfall kommt. Auch wenn das Rückwärtsfahren ohne Einweiser erlaubt ist, können Beifahrer häufig beim Rangieren oder Parken unterstützen, wenn rückwärts gefahren werden muss.

Mittlerweile gibt es aber auch technische Möglichkeiten, die diesen Job übernehmen. Sogenannte Parkhilfen unterstützen den Fahrer mittels akustischen Signals. Hilfreich beim Fahren sind auch Videokameras am Heck.

In welchen Situationen ist Rückwärtsfahren erlaubt?

  • Andere Verkehrsteilnehmer werden weder behindert noch gefährdet
  • In Einbahnstraßen nur zum Ein- und Ausparken
  • Bei Engstellen, um einem anderen Fahrzeug den Weg frei zu machen

In welchen Situationen ist Rückwärtsfahren nicht erlaubt?

  • In und entgegen der Fahrtrichtung
  • An unübersichtlichen Straßenabschnitten, bei denen der rückwärtige Verkehr gefährdet werden könnte
  • Rückwärtsfahren auf der Autobahn

Rückwärtsfahren mit Anhänger

Beim Rückwärtsfahren mit Anhänger ist die Sicht oft erschwert. Zum Rangieren und Einparken ist auch das Rückwärtsfahren mit einem Anhänger notwendig. Hier gilt es, besondere Vorsicht walten zu lassen, denn der Anhänger ist schwerer zu führen als ein PKW. Häufig ist die Sicht noch ungünstiger, weshalb gerade mit einem Anhänger ein Einweisen von hohem Wert sein kann.

Ein Unfall beim Rückwärtsfahren ist schnell passiert. Klare Kommandos von z. B. dem Beifahrer helfen beim Einschlagen des Lenkrads oder bei der Einschätzung des Abstands nach hinten. Außerdem können die Einweiser andere Fahrzeuge auf die Gefahrensituation hinweisen.

Rückwärtsfahren mit LKW

Besonders bei einem LKW kann das Rückwärtsfahren sehr gefährlich sein. Der Fahrzeugführer sieht noch weniger in seinen Spiegeln als beim PKW. Nicht selten werden daher technische Hilfsmittel wie Kameras verwendet, um die Situation hinterm Fahrzeug richtig einschätzen zu können.

Hilfreich ist auch ein ausgebildeter Einweiser beim Rückwärtsfahren. In der Berufsgenossenschaftlichen Vorschrift (BGV) D29 zum Thema Vorschriften steht im § 46:

(1) Der Fahrzeugführer darf nur rückwärts fahren oder zurücksetzen, wenn sichergestellt ist, dass Versicherte nicht gefährdet werden; kann dies nicht sichergestellt werden, hat er sich durch einen Einweiser einweisen zu lassen.

(2) Einweiser dürfen sich nur im Sichtbereich des Fahrzeugführers und nicht zwischen dem sich bewegenden Fahrzeug und in dessen Bewegungsrichtung befindlichen Hindernissen aufhalten; sie dürfen während des Einweisens keine anderen Tätigkeiten ausführen.


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