Reifen - Bußgeldkatalog 2017
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Bußgeldkatalog 2017 - Reifen

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Winterreifen und Sommerreifen: Was Sie über PKW-Reifen wissen sollten

In der folgenden Bußgeldtabelle sehen Sie, mit welchem Bußgeld und welchen Punkten Sie laut aktuellem Bußgeldkatalog bei falschen oder fehlerhaften Reifen rechnen müssen.
VerstoßGeldbuße
(in Euro)
Punkte
Fahrzeug mit abgefahrenen Reifen geführt601
...mit Gefährung751
Kfz (außer Mofa) oder Anhänger ohne ausreichende Profiltiefe der Reifen geführt601
Inbetriebnahme eines Kfz (außer Mofa) oder Anhängers mit abgefahrenen Reifen als Halter angeordnet oder zugelassen75
Fahren bei Schnee und Glatteis mit Sommerreifen601
...mit Behinderung801

Welche Autoreifen gibt es?

Reifen müssen mit dem richtigen Druck befüllt sein.Die Erfindung des Rads wird immer als Durchbruch der Technik beschworen, aber erst durch die Erfindung des vulkanisierten Gummis durch Charles Goodyear wurde die heutige Mobilität ermöglicht. Die Autoreifen, die heute an jedem PKW verbaut sind, sind das Bindeglied zwischen Fahrzeug und Fahrbahn. Entsprechend dem Untergrund beeinflussen Sie das Fahrverhalten des Kfz. In unseren Breitengraden müssen die PKW-Reifen für optimalen Grip eine bestimmte Beschaffenheit aufweisen.

In Mitteleuropa findet der Verkehr hauptsächlich auf asphaltierten Straßen statt. Das kontinentale Klima sorgt für höchst unterschiedliche Temperaturen auf der Fahrbahn. Je nach Wetter können die Straßen Temperaturen zwischen -15 und + 60 °C aufweisen. Regen, Schnee, nasses Laub und Glatteis können darüber hinaus die Haftung der Reifen an der Fahrbahn beeinflussen. Daher sind Winterreifen und Sommerreifen in Deutschland üblich. Aber auch Ganzjahresreifen kommen zum Einsatz.

Je nach Zweck und Jahreszeit gibt es daher unterschiedliche Reifentypen. Im Folgenden wollen wir Ihnen die wichtigsten vorstellen.

Sommerreifen

Im Sommer kann die Fahrbahn häufig sehr heiß werden. Der dunkle Asphalt auf Autobahnen und Straßen erhitzt sich bei hoher Sonneneinstrahlung schnell. Damit bei hohen Temperaturen die Reifen aber nicht zu weich werden und die Abnutzung gering bleibt, haben Sommerreifen eine spezielle Gummimischung. Im Sommer gibt es allerdings auch Regentage, weshalb die Reifen ebenfalls so geschaffen sein müssen, dass trotz Feuchtigkeit auf der Straße, ein Aquaplaning verhindert wird. Dazu gibt es die Rillen in den Reifen, welche das Regenwasser nach außen pressen und somit ableiten. Dadurch wird stets eine gute Haftreibung bzw. Bodenhaftung durch die Sommerreifen gewährleistet.

Dies ist auch der Grund dafür, dass in Deutschland gesetzlich eine Mindestprofiltiefe von 1,6 Millimetern vorgeschrieben ist. Autoclubs wie der ADAC empfehlen sogar drei Millimeter. Abgefahrene Reifen erhöhen dagegen das Risiko von Wasserglätte bzw. Aquaplaning. Normalerweise leitet die Längsprofilierung des Reifens das Wasser auf der Fahrbahn in Laufrichtung ab. Ist dies durch eine zu geringe Profiltiefe nicht mehr möglich, "schwimmen" die Reifen auf. Das bedeutet, dass das Fahrzeug nicht mehr die notwendige Bodenhaftung hat, weil es auf einem Wasserfilm fährt. Fahrzeugführer verlieren dann ähnlich wie beim Glatteis die Kontrolle über den PKW.

Winterreifen (M+S)

Winterreifen sind Pflicht.Seit Dezember 2010 gibt es in Deutschland eine sogenannte Winterreifenpflicht. Das Klima in der kalten Jahreszeit ist häufig bestimmt durch Minusgrade, Schnee, Schneematsch und Glatteis. Winterreifen sind so konzipiert, dass diese auch bei den niedrigen Temperaturen im Winter elastisch bleiben und dadurch eine hohe Kraftübertragung auf den Untergrund stattfinden kann.

Winterreifen können Sie einfach an dem M+S-Symbol erkennen. Die Abkürzung steht für "Mud and Snow" bzw. auf Deutsch "Matsch und Schnee", was eigentlich bereits deutlich macht, wo die Stärken der Winterreifen liegen. Die PKW-Reifen für den Winter sind so konstruiert, dass Sie Aquaplaning durch Regen oder Matsch verhindern und gleichzeitig einen hohen Antrieb bei Schnee ermöglichen. Durch das spezielle Profil der Reifen mit Lamellen, Stollen und breiteren Rillen wird ein Durchdrehen der Räder auch bei losem Untergrund wie Schnee erschwert. Perfekt für den Winter.

Gesetzlich ist in Deutschland ebenfalls eine Mindestprofiltiefe von 1,6 Millimetern vorgeschrieben. In Österreich müssen es sogar mindestens 4 Millimeter sein. Auch der Automobilclub ADAC empfiehlt knapp einen halben Zentimeter.

Winterreifen im Sommer?

Nicht selten empfehlen Freunde oder Bekannte, alte Winterreifen auch im Sommer zu verwenden. Gesetzlich ist dies zwar nicht verboten, dagegen sprechen aber dennoch einige Gründe. Sommerreifen und Winterreifen sind in ihrer Zusammensetzung sehr unterschiedlich. Die Gummimischungen sind für die jeweilige Temperatur optimiert. Winterreifen haben einen höheren Kautschuk-Anteil, wodurch sie auch bei niedrigen Temperaturen elastisch bleiben.

Im Sommer ist dies allerdings ein Nachteil. Grip und Fahrstabilität sind bei Winterreifen im Sommer schlechter, ein „schwammiges“ Fahrverhalten ist die Folge. Außerdem verlängert sich der Bremsweg. Dazu kommt, dass der Verschleiß und der Spritverbrauch erhöht werden. Im Sinne der Fahrsicherheit und der Wirtschaftlichkeit ist es also keine gute Idee, Winterreifen auch im Sommer zu verwenden.

Gleiches gilt für Sommerreifen im Winter. Hier können sogar Bußgelder anfallen, sollten Sie die falschen Reifen verwenden.

Ganzjahresreifen

Sogenannte Allwetterreifen sind so konzipiert, dass sie im Sommer und im Winter eingesetzt werden können. Ganzjahresreifen bilden einen Kompromiss und sind daher nur dann geeignet, wenn die Temperaturunterschiede vergleichsweise gering sind. Dies ist in einigen Regionen Deutschlands der Fall, in eher bergigen und kälteren Gegenden der Bunderepublik sollte allerdings eher zu den klassischen Winterreifen gegriffen werden.

Als Vorteil der Ganzjahresreifen gilt, dass der zweimalige Reifenwechsel entfällt und Kosten für einen zweiten Rädersatz vermieden werden können. Diesen steht allerdings auch der Nachteil entgegen, dass Ganzjahresreifen nicht so gezielt und optimiert konstruiert werden können, dass sie an die Güte der speziell auf eine Jahreszeit zugeschnittenen Reifen herankommen. Der Spritverbrauch ist daher etwas höher und die Bodenhaftung geringer. Letztlich bleib der Allwetterreifen ein Kompromiss.

Welche Reifen darf ich fahren?

Welche Reifen für Ihr Fahrzeug geeignet sind, können Sie der Zulassungsbescheinigung Teil I (Feld 15.2 - 15.3) bzw. dem Fahrzeugschein (Ziffer 20 - 23) entnehmen.

Die Reifengröße ist letztlich aber abhängig vom Durchmesser der Felgen. Aus ästethischen oder anderen Gründen werden diese gern getauscht. Welche Felgen Sie verwenden können, ist dabei abhängig von der Felgenbreite (Maulweite) und dem Felgendurchmesser. Am besten orietieren Sie sich bei der Auswahl einer neuen Felge an der bereits verbauten. Dort finden Sie alle wichtigen Angaben. Auch auf den Reifen finden Sie die entsprechenden Angaben zum Felgendurchmesser. So gibt beispielsweise der Code "R16" an, dass der Durchmesser der Felge 16 Zoll betragen muss.

Sie sollten stets darauf achten, dass Felgen (z. B. nachgerüstete Alufelgen) und Reifen den im Fahrzeugschein beschriebenen Dimensionen entsprechen. Möchten Sie beispielsweise Alufelgen und Reifen einer anderen Dimension verwenden, benötigen Sie eine Allgemeine Betriebserlaubnis (ABE).

Mindestprofiltiefe beim Reifen messen

Profiltiefe messen.Das Profil der Reifen hat eine hohe Bedeutung für den Bremsweg und die Fahreigenschaften bei feuchtem Untergrund. Je geringer die Profiltiefe der Reifen ist, desto geringer ist auch die Bodenhaftung. Aquaplaning und ein erhöhter Bremsweg sind die Folge. Gesetzlich ist eine Mindestprofiltiefe von 1,6 Millimetern gefordert. Wer mit weniger fährt, riskiert gemäß StVO ein Bußgeld. Wobei dieser Wert für die Profiltiefe der Reifen schon recht niedrig angesetzt ist. Automobilclubs empfehlen dagegen Profiltiefen von mindestens drei Millimetern.

Wenn Sie die Profiltiefe der Reifen messen, sollten Sie darauf achten, dass es auch einseitig abgefahrene Reifen gibt. Die Rillen dürfen an keiner Stelle weniger als den gesetzlich vorgeschriebenen Wert aufweisen. Am einfachsten können Sie die Profiltiefe übrigens mit einem Ein-Euro-Stück messen. Drücken Sie die Münze in die Rille. Ist der goldene Rand im Reifen verschwunden, sind Sie auf der sicheren Seite. Ist er dagegen zu sehen, sollten Sie über einen Reifenwechsel nachdenken und die alten Autoreifen entsorgen.

Wichtige Kenngrößen von Reifen

Der Geschwindigkeitsindex von Reifen

Jeder Reifen hat einen Geschwindigkeitsindex. Dieser gibt an, wie schnell mit einem Reifen gefahren werden darf. Hersteller geben mit diesem Wert an, bis zu welcher Höchstgeschwindigkeit sie für den sicheren Dauerbetrieb der Reifen garantieren. Der Wert bestimmt letztlich, welche Reifen bei einem Fahrzeug verbaut werden dürfen.

Der Lastindex von Reifen

Der sogenannte Tragfähigkeitsindex der Reifen gibt an, mit wie viel Gewicht ein einzelner Reifen belastet werden darf. Dieser Wert ist aber stark abhängig vom Fülldruck und der Fahrgeschwindigkeit. Die Maximallast darf nicht überschritten werden, da der Reifen sonst leicht Schaden nehmen kann.

Wann wird es Zeit, die Reifen zu wechseln?

Ein Reifenwechsel muss regelmäßig erfolgenSpätestens, wenn die gesetzlich geforderte Profiltiefe von 1,6 Millimetern unterschritten wird, ist es Zeit die Reifen zu wechseln. Aber auch nach einem gewissen Alter ist es durchaus sinnvoll neue Reifen auf die Felgen aufzuziehen. Obwohl es bei Autoreifen in Sachen Alter keine gesetzlichen Bestimmungen gibt, sollten Autofahrer deren Haltbarkeit stets im Blick haben.

Bei Winterreifen sollten Sie nach sechs Jahren neue Reifen aufziehen. Sommerreifen sind spätestens nach acht Jahren zu erneuern. Hintergrund ist, dass sich die Gummimischungen nach einiger Zeit in ihren Eigenschaften verändern. Das Material wird porös und die Stabilität verändert sich.

Die „Neuen“ günstig im Internet kaufen

Wenn Sie neue Reifen, ganz egal ob Sommer- oder Winterreifen, benötigen, lohnt sich ein Blick in die unzähligen Reifenshops im Internet. Dort finden Sie eine riesige Auswahl unterschiedlichster Marken und sparen im Gegensatz zum Kauf beim örtlichen Reifenhändler meist bares Geld. Noch günstiger kann es beim Online-Reifenkauf werden, wenn Sie einen passenden Gutschein, wie z.B. vom Gutscheinportal COUPONS4U, nutzen.

Reifen entsorgen

Für die Entsorgung von Reifen gelten strenge Bestimmungen. Der Hausmüll oder das Lagerfeuer im Garten sind definitiv keine gesetzlich erlaubten Entsorgungsmöglichkeiten. In der Regel nehmen Reifenhändler oder Werkstätten Ihre Altreifen als kostenlose Serviceleistung entgegen. Manchmal verlangen diese auch eine kleine Gebühr. Auch der örtliche Bauhof kann ein guter Ansprechpartner sein.


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