Gefährdung im Straßenverkehr: Wie wird diese geahndet?
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Gefährdung: Wann liegt eine solche im Straßenverkehr vor?

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Gefährdung: Eine Definition

Verstoßen Verkehrsteilnehmer durch ihre Verhaltensweise oder die Missachtung gegen die Straßenverkehrsordnung (StVO), wird im Allgemeinen von einer Gefährdung im Straßenverkehr gesprochen. Doch ab wann ist ein bestimmtes Verhalten eine solche Gefährdung? Aus welchen Situationen kann diese entstehen? Im nachfolgenden Artikel wird diese Thematik näher betrachtet.

Eine Gefährdung im Straßenverkehr wird strafrechtlich verfolgt.

Rechtlich gesehen, ist eine Gefährdung keine Ordnungswidrigkeit mehr, sondern ein Verkehrsstraftat, die nach § 315c des Strafgesetzbuches (StGB) geahndet wird. Im Vordergrund steht hier die Sicherheit der Verkehrsteilnehmer. Eine vorliegende Gefährdung ist also immer strafrechtlich relevant.

Im Einzelnen sagt der betreffende Paragraph aus, dass beispielswiese dann Gefährdungen vorliegen, wenn eine Person ein Fahrzeug führt, obwohl sie dazu aufgrund von Alkoholgenuss, der Einnahme von Drogen oder Medikamenten beziehungsweise aufgrund von medizinischen Beeinträchtigungen nicht in der Lage ist. Auch geistige oder körperliche Mängel fallen in diese Definition und können eine Gefährdung begründen.

Zudem bestimmt der Paragraph, dass eine Gefährdung anzunehmen ist, wenn ein grob verkehrswidriges oder rücksichtsloses Verhalten vorliegt und dass dies mit einer Freiheitstrafe geahndet wird:

[...]grob verkehrswidrig und rücksichtslos

a) die Vorfahrt nicht beachtet,

b) falsch überholt oder sonst bei überholvorgängen falsch fährt,

c) an Fußgängerüberwegen falsch fährt,

d) an unübersichtlichen Stellen, an Straßenkreuzungen, Straßeneinmündungen oder Bahnübergängen zu schnell fährt,

e) an unübersichtlichen Stellen nicht die rechte Seite der Fahrbahn einhält,

f) auf Autobahnen oder Kraftfahrstraßen wendet, rückwärts oder entgegen der Fahrtrichtung fährt oder dies versucht oder

g) haltende oder liegengebliebene Fahrzeuge nicht auf ausreichende Entfernung kenntlich macht, obwohl das zur Sicherung des Verkehrs erforderlich ist,

und dadurch Leib oder Leben eines anderen Menschen oder fremde Sachen von bedeutendem Wert gefährdet, wird mit Freiheitsstrafe bis zu fünf Jahren oder mit Geldstrafe bestraft.

Die Handlung oder Verhaltensweise an sich stellt bereits die Gefährdung dar. Ein Schaden an der Person oder einer Sache muss nicht unbedingt vorliegen, damit eine Gefährdung im Straßenverkehr geahndet wird.

Wodurch kann eine Gefährdung entstehen?

Eine Gefährdung kann durch die unterschiedlichsten Handlungen, Verhaltensweisen oder Situationen entstehen. Dabei können sich Kraftfahrer oder anderer Verkehrsteilnehmer entweder fahrlässig oder vorsätzlich verhalten.

Gefährdung beim falschen Überholen: Andere Verkehrsteilnehmer können Schaden nehmen.

Neben den oben und im Gesetzestext genannten Verhaltensweisen und Gründen, wie einer Gefährdung beim falschen Überholen, kann eine solche auch durch Unaufmerksamkeit, Ortsunkenntnis oder stark überhöhte Geschwindigkeit entstehen.

Autofahrer, die beispielsweise übermüdet fahren oder viel zu schnell unterwegs sind, gefährden andere Verkehrsteilnehmer. Auch das Nichtanpassen der Fahrweise an die Witterungsbedingungen kann unter Umständen als eine gefährdende Verhaltensweise gelten.

Das Verhalten muss nicht zu einem Unfall führen, dennoch gefährden diese Teilnehmer die Sicherheit im Straßenverkehr.

Gefährdung des Straßenverkehrs: Welche Strafe droht?

Stellen Verkehrsteilnehmer eine Gefährdung für andere dar, wird dies entsprechend geahndet. Neben den Sanktionen des Bußgeldkatalogs aufgrund des Verstoßes gegen die Verkehrsregeln erwartet die Täter hier auch eine strafrechtliche Verfolgung.

Die Strafe bei einem solchen Tatbestand kann laut § 315c StGB bei einer Geld- oder einer Freiheitstrafe von bis zu fünf Jahren liegen. Ebenso wird der Versuch einer strafbaren Handlung, die zu einer Gefährdung führt, mit einer Geld- oder einer Freiheitstrafe von bis zu zwei Jahren geahndet.

Hierbei ist es wichtig zu beachten, dass eine gefährdende Handlung oder Verhaltensweise, wie zuvor erwähnt, nicht zwangsläufig zu einem Schaden an einer Person oder einer Sache führen muss, um eine Strafe zur Folge zu haben.


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