Anschnallpflicht - Bußgeldkatalog 2017
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Bußgeldkatalog Deutschland 2017 - Anschnallpflicht

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Bußgeld: Nicht angeschnallt gefahren

Die Bußgeldtabelle zeigt Ihnen, mit welchen Bußgeldern und Punkten Sie gemäß Bußgeldkatalog rechnen müssen, wenn Sie die Gurtpflicht missachten. Die Tabelle sieht dafür zwar kein Fahrverbot vor, dennoch sollten Sie sich anschnallen, um eine Gefährdung für sich und andere Verkehrsteilnehmer zu vermeiden.
Vergehen: Anschnallpflicht;Geldbuße
(in Euro)
Punkte
Sicherheitsgurt während der Fahrt nicht angelegt30
Kind nicht vorschriftsmäig gesichert transportiert30
… bei mehreren Kindern35
Kind ohne jede Sicherung transportiert601
… bei mehreren Kindern701

Geschichte der Gurtpflicht in Deutschland

In Deutschland herrscht seit 1976 die Anschnallpflicht.Vielleicht sogar noch mehr als der Airbag ist der Sicherheitsgurt Sinnbild für Verkehrssicherheit von Kfz. Es ist ein vergleichsweise simples System, das aber vermutlich abertausende Leben gerettet hat. Betrachtet man diese Erfolgsgeschichte, verwundert es doch, wieso die Einführung der Gurtpflicht fü Pkw so problematisch war und wieso die Anschnallpflicht heute beim Fahren wieder mehr und mehr missachtet wird.

Als Sicherheitsgurt wird ein System verstanden, das in der Regel in Fahrzeugen mit Fahrgastkabine (Auto, LKW, Bus oder Flugzeug) zum Einsatz kommt, um die Insassen im Falle eines Unfalles zu sichern und um zu verhindern, dass Personen während eines Crashs durch das Fahrzeug bzw. aus dem Fahrzeug geschleudert werden. Das Gurtsystem ist dafür fest mit der Karosserie verbunden.

Das erste Patent auf einen Sicherheitsgut gab es bereits 1903. Seitdem hatten verschiedene Tüftler versucht, das Gurtsystem für Kfz zu optimieren. Der noch heute häufig verbaute Dreipunkt-Sicherheitsgurt wurde im Jahr 1959 entwickelt und wurde vom Deutschen Patentamt im Jahr 1985 zu einer acht bedeutendsten und nützlichsten Erfindungen der letzten hundert Jahre gewählt. Seit 1961 wurden dann vermehrt auch in Deutschland Sicherheitsgurte verbaut. Eine Anschnallpflicht gab es allerdings noch nicht.

Zunächst galt eine Einbaupflicht für Gurte in Neuwagen seit 1974. Zwei Jahre später folgte die Anschnallpflicht in Deutschland. Ziel dieser Pflicht war es, die Todesrate im Verkehr zu reduzieren. Trotz großer Aufklärungskampagnen gab es bei den Autofahrern großen Widerstand gegenüber der Anschnallpflicht, welche auch weiterhin nicht sanktioniert blieb. Erst mit der Einführung vom Bußgeld für einen Verstoß gegen die Gurtpflicht im Jahr 1984 konnte die Anschnallquote erhöht werden.

Innerhalb kürzester Zeit stieg die Anzahl der Kraftfahrer, welche die Anschnallpflicht befolgten von 30 auf 90 Prozent. Auch heute ist die Anschnallquote noch sehr hoch. Im Durchschnitt liegt diese bei 98 Prozent, allerdings kommt es immer häufiger vor, dass gerade bei langsameren Geschwindigkeiten auch ohne Gurt gefahren wird. Moderne Gurtsysteme warnen mit akustischem Signal den Kraftfahrer, wenn er nicht angeschnallt ist. Dadurch soll letztlich wieder die Zahl der Personen steigen, welche die Anschnallpflicht beherzigen.

Geblitzt und nicht angeschnallt

Wer auf dem Blitzer-Foto vom Bußgeldbescheid nicht angeschnallt ist, kann wegen beider Ordnungswidrigkeiten belangt werden. Betroffene müssen also das Bußgeld für die erhöhte Geschwindigkeit und ein Verwarngeld für das Fahren bei Missachtung der Anschnallpflicht bezahlen.

Kinder auf dem Beifahrersitz: Was müssen Sie beachten?

Die Anschnallpflicht gilt für alle Insassen eines PKW. Ist der Beifahrer aber nicht angeschnallt, muss dies nicht der Fahrzeugführer zahlen, sondern der Beifahrer selbst. Anders ist die Situation bei Kindern zu bewerten. Hier hat der Fahrer dafür Sorge zu tragen, dass das Kind ordnungsgemäß gesichert ist und das während der gesamten Fahrt.

Anschnallpflicht für Tiere? Auch Hunde und Co. müssen gesichert werden.Gemäß § 21 Abs. 1a und 1b der Straßenverkehrsordnung (StVO) müssen Kinder bis zum vollendeten 12. Lebensjahr, welche kleiner als 1,50 Meter sind, mit sogenannten Rückhaltesystemen im Fahrzeug gesichert sein. Nur bei Ausnahmen (z. B. im Taxi) genügt bei Kindern ab drei Jahren das Anschnallen mit den serienmäßigen Gurtsystemen.

Auf dem Beifahrersitz dürfen keine Kinder mit Rückhaltesystem entgegen der Fahrtrichtung befördert werden, wenn es einen betriebsbereiten Beifahrer-Airbag gibt.

Bei einem Verstoß wird ein Verwarnungsgeld von 25 Euro fällig. Außerdem ist bei einem Airbag eine Warnplakette obligatorisch. Fehlt diese, müssen Betroffene 5 Euro zahlen.

Müssen Sie den Hund anschnallen?

Hunde und andere Tiere gelten laut Straßenverkehrsordnung (StVO) als Ladung. Ladung muss entsprechend gesichert sein, so dass ein Unfall vermieden werden kann. Dazu sind gemeinübliche Sicherungssysteme zu verwenden. Dies können z. B. Trenngitter oder Transportboxen sein. Mittlerweile gibt es im Auto auch Gurtsysteme für Hunde. Diese sind aber nicht gesetzlich vorgeschrieben. Ohne Sicherung darf ein Tier aber nicht im Fahrzeug bzw. auf dem Beifahrersitz transportiert werden.

Wann ist ein Fahren ohne Gurt erlaubt?

Die Anschnallpflicht ist im § 21a StVO festgeschrieben. Sie ist für alle Fahrten in Fahrzeuge mit vorgeschriebenem Sicherheitsgurt verbindlich, soweit diese Pflicht für Gurte nicht explizit durch Ausnahmen ausgeschlossen sind.

Ohne Bußgeld sind folgende Fahrten ohne Gurt:

Darüber hinaus dürfen das Betriebs- und Begleitpersonal von besonders betreuungsbedürftigen Personengruppen die Anschnallpflicht in der Zeit ebenfalls ignorieren, in der sie eine Dienstleistung ausüben und dazu den Sitzplatz verlassen müssen. Gleiches gilt für Fahrgäste von Kraftomnibussen von mehr als 3,5 Tonnen Gesamtgewicht. Ihnen ist das kurzzeitige Verlassen des Sitzplatzes erlaubt, um beispielsweise zur Toilette zu gehen.

Gibt eine Anschnallpflicht für Taxifahrer?

Lange Zeit galt für Taxifahrer eine Ausnahmeregelung bei der Anschnallpflicht. Sie mussten sich gemäß § 21a Abs. 1 StVO nicht anschnallen. Hintergrund war es, dass eine schnelle Flucht bei einem Unfall gewährleistet bleiben sollte. Ein Gurt kann diese allerdings behindern. In den letzten Jahren fand allerdings eine Neubewertung statt, nachdem der Gesetzgeber die Gefahr durch das Nichtanschnallen höher bewertet als die Gefahr durch einen Unfall. Die entsprechende Passage wurde gestrichen. Die Anschnallpflicht gilt also auch für Taxifahrer.


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