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Bußgeldkatalog Österreich

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Vergehen Bußgeld im Bußgeldkatalog Österreich
Promillegrenze (0,5 Promille) überschritten ab 300 Euro
Geschwindigkeitsverstoß 20 km/h: ab 30 Euro, über 50 km/h: bis 2180 Euro
Rote Ampel überfahren ab 70 Euro
Überholverstoß ab 70 Euro
Handy am Steuer ab 50 Euro
Sicherheitsgurt nicht angelegt ab 35 Euro
Parkverstoß ab 20 Euro
Warnwestenpflicht missachtet ab 14 Euro

Gleiche Sprache, andere Gesetze

Eine Fahrerin hält den Führerschein in die Kamera

Österreich ist ein beliebtes Reiseziel für die Deutschen: ob für einen Städtetrip nach Wien oder zum Skifahren in die Berge, das Land bietet zahlreiche Aktivitäten für Urlauber. Da es ein Nachbarland zu Deutschland ist, bietet sich an, es im Auto zu besuchen. Vor einer Autofahrt im Ausland sollten Sie sich über die jeweiligen Bußgeldkataloge informieren; die Bußgeldtabellen unterscheiden sich genauso wie die Regelungen zu Fahrverbot und Punkten in jedem Land. Genauso wie in Deutschland gibt es auch in Österreich eine Sammlung der Vorschriften, die im Straßenverkehr gelten: die Straßenverkehrsordnung (abgekürzt: StVO).

Wir möchten Ihnen im Folgenden einen Überblick über den Bußgeldkatalog Österreich geben und über Besonderheiten des österreichischen Verkehrsrechts informieren. Sie erfahren außerdem, wie das Punktesystem in Österreich funktioniert. Auch wenn Sie Österreich nur via Autobahn durchqueren, beachten Sie den Bußgeldkatalog Österreich! In Österreich geblitzt werden kann Ihnen auch passieren, wenn Sie dort nicht einmal einen Zwischenstopp einlegen. Unbedingt dran denken: die Vignette anbringen! Manchmal müssen Sie auch zusätzlich noch eine Maut-Gebühr bezahlen. Zumindest Bußgelder können Sie aber vermeiden!

Vorsicht und Rücksichtnahme

In der StVO Österreichs finden sich diese grundlegenden Bestimmungen, die in ähnlicher Form auch deutschen Autofahrern geläufig sind:

"Die Teilnahme am Straßenverkehr erfordert ständige Vorsicht und gegenseitige Rücksichtnahme" (§ 3 der österreichischen StVO)

Eine Autofahrerin biegt vorsichtig ab

Wenn Sie sich an diese Forderung halten ist viel gewonnen. Zwar unterscheidet sich das österreichische Verkehrsrecht in vielen Einzelheiten vom deutschen, aber Sie können mit Vorsicht und Rücksichtnahme nirgendwo etwas falsch machen und haben schon den ersten Schritt getan, um Bußgelder zu vermeiden und keinen Strafzettel aus Österreich zu bekommen. Welche Strafen Sie erwarten müssen, wenn Sie beispielsweise in Österreich geblitzt wurden, diese Informationen können Sie der Website und einem Bußgeldrechner entnehmen.

Abschnittskontrollen in Österreich

In Österreich gibt es sogenannte "Section Control Messstrecken".Hinter der sperrigen Bezeichnung verbergen sich hohe Kosten für Autofahrer, wenn Sie zu schnell fahren: die Section Control Messtrecken sind festgelegte Straßenabschnitte, in denen Sie bei Betreten und bei Verlassen des Abschnitts geblitzt werden, um so Ihre durchschnittliche Geschwindigkeit zu ermitteln: verlassen sie den Abschnitt zu schnell wieder, können die Behörden schließen, dass Sie zu schnell unterwegs waren. Dann wird ein Bußgeldbescheid wegen Geschwindigkeitsüberschreitung an sie verschickt. Über das Nummernschild an Ihrem Auto werden Ihre Daten ermittelt.

Das Gute ist: die Strecken, auf denen nach dieser Methode kontrolliert wird, werden vom österreichischen Verkehrsministerium bekannt gegeben. Sie können sich also im Vorfeld darauf einstellen. Die Geschwindigkeitsbegrenzungen sollen vor allem Verkehrssicherheit gewähren, und das tun sie erfolgreich: Seit der Einführung der Messstrecken dort im Jahr 2002 hat sich die Anzahl der Unfälle an Wiener Kaisermühlentunnel halbiert. Tödliche Unfälle gab es seitdem dort keine mehr!

In Österreich geblitzt wird ständig an diesen Stellen, denn hier befinden sich derzeit "Section Control Messstrecken":

  • Kaisermühlentunnel
  • Laßnitzhöhe
  • Richtungsfahrbahn Wien der A2 Süd Autobahn

Alkohol am Steuer

Ein Fahrer, der Alkohol trinkt

In Deutschland wird noch darüber gestritten, ob sogenannte "Alco-Locks" in Autos eingebaut werden sollen. In Österreich gab es bereits ein Pilotprojekt: seit 2012 sind einige Taxis und Schulbusse in Salzburg mit einem Alco-Lock ausgestattet. Bevor der Fahrer hier das Fahrzeug starten kann, muss er einen schnellen Alkohol-Test machen;nur wenn dieser negativ ausfällt, lässt sich das Kfz zünden. Der Normalfall sind eingebaute Alco-Locks aber auch in Österreich nicht. Verkehrskontrollen finden aber selbstverständlich trotzdem statt: und wenn Sie mit Alkohol am Steuer erwischt werden, dann drohen Ihnen sehr hohe Geldstrafen (laut Bußgeldkatalog Österreich ab 300 Euro!) und Fahrverbot! Und gegebenenfalls werden Sie sogar strafrechtlich verfolgt - das ist in Deutschland und anderen EU-Ländern ja nicht anders.

Bei einem Unfall unter Alkoholeinfluss zahlt auch Ihre Versicherung nicht unbedingt für den entstehenden Schaden. Übrigens kann die Polizei auch noch mehrere Stunden nach der Fahrt einen Alkohol-Test von Ihnen verlangen. Wenn Sie den Test verweigern, dann gehen die Polizisten davon aus, dass Sie über 1,6 Promille im Blut haben, was nicht nur sehr hohe Geldstrafen nach sich ziehen wird, sondern auch ein Fahrverbot von sechs Monaten bedeutet. Auch eine Nachschulung wird dann von Ihnen gefordert.

Der "Strafenkatalog"

Die Österreicher nennen Ihren Bußgeldkatalog auch "Strafenkatalog". Doch das ist nicht der einzige Unterschied zur deutschen Bußgeldtabelle. Nicht nur in vielen Einzelheiten der Regelungen und in den Höhen der Bußgelder unterscheidet er sich vom Bußgeldkatalog Deutschland. Der Bußgeldkatalog Österreich legt ein grundsätzlich verschiedenes System zur Sanktionierung von Verkehrssündern vor. Statt Punkte in Flensburg zu sammeln, gibt es in Österreich eine Entscheidung zwischen Delikten, die sofort ein Fahrverbot und gegebenenfalls noch andere Sanktionen nach sich ziehen, und Delikten, die eine "Vormerkung" nach sich ziehen. Innerhalb von zwei Jahren müssen Sie drei Vormerkungen ansammeln, um die Fahrerlaubnis zu verlieren.

Einen Bußgeldbescheid erhalten Sie aber sowohl für die Vormerkungen als auch für die Führerscheinentzug-Delikte. Übrigens dürfen Sie einen ausländischen Bußgeldbescheid nicht einfach ignorieren, und gerade in Österreich ist die "Bagatelle-Grenze" bei gerade mal 25 Euro! Sobald Ihr Bußgeld diesen Betrag übersteigt, droht Ihnen ein Vollstreckungsverfahren in Deutschland. Mit einem Bußgeldrechner können Sie des Bußgeld schon im Vorfeld berechnen.

Andere Begriffe in der Verwaltung

Einige Geldscheine

Zwar spricht man auch in Österreich deutsch, doch manche Begriffe aus der Verwaltung und dem Verkehrsrecht versteht man hierzulande nicht auf Anhieb. Punkte sind hier eher unter dem Begriff "Vormerkung" bekannt, und den Bußgeldkatalog nennt man hier auch Strafenkatalog. Österreich setzt bei der Eintreibung von Bußgeldern auf die sogenannte "Anonymverfügung". Der Delinquent bleibt, solange er das Bußgeld fristgerecht bezahlt, anonym - das bedeutet: Ordnungswidrigkeiten, die nur geringfügig sind und die Verkehrssicherheit nicht sehr beeinträchtigen werden nicht in einer zentralen Datenbank aufgeführt und können somit nicht zu einem Fahrverbot führen. Sie werden auch nicht in das Verwaltungsstrafregister eingetragen. Allerdings gibt es leider keinen bundesweit einheitlichen Katalog, der die Strafsätze für Anonymverfügungen festlegt, weswegen ein Strafzettel aus Österreich sich bei gleichem Vergehen dennoch unterscheiden kann.

Keine einheitliche Bußgeldtabelle

Dies betrifft nur Delikte, die mit einer Anonymverfügung belegt sind. Der Strafenkatalog ist nicht bundesweit einheitlich, und der Strafrahmen ist oft sehr weit. Von einem verbindlichen Bußgeldkatalog Österreich kann man daher kaum sprechen. Wer z.B. mit 0,8 Promille hinter dem Steuer erwischt wird, muss eine Geldstrafe zwischen mindestens 800 Euro und höchstens 3700 Euro bezahlen. In jedem Fall aber auf dem Strafzettel aus Österreich vermerkt: ein Fahrverbot zwischen einem und drei Monaten auf österreichischen Straßen. Das Vergehen ist auch - egal wo in Österreich man mit Alkohol am Steuer erwischt wird - eines der Führerscheinentzugs-Delikte! Hier ist der Strafenkatalog für Verkehr in ganz Österreich einheitlich.


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